Was ist Wahrheit?
(Juli 2005 - aus einer Schublade hervorgeholt, entstanden irgendwann im Frühling 2005)
Was ist Wahrheit? Ein Begriff, um dessentwillen Kriege geführt wurden. Um den sich intellektuelle Diskussionen im Freundeskreis drehen. In den man seine ganze Persönlichkeit werfen kann und alle "Wahrhaftigkeit" oder den man logisch zerlegen kann.
Deshalb hat es wahrscheinlich keinen Sinn, nach der echten Bedeutung oder Existenzberechtigung von Wahrheit zu fragen.
Wahrheit ist immer subjektiv, das ist keine besonders großartige Erkenntnis. Großartig kann die Art sein, in der jemand seine persönliche Wahrheit findet, indem er sich selbst und seine Existenz auf die Waagschale legt, die damit auf eine Seite kippt.
Entscheidungen werden letztendlich getroffen durch "Tun" nicht durch das Nachdenken über das Tun, also indem man zweifelnd und fragend vor einer Weggabelung steht und Plus-Minus-Listen erstellt. Letztere werden immer dazu führen, dass die Denk-Entscheidung 80/20% ausfüllt, vielleicht auch nur 60/40%. In dem Moment aber, in dem wir abbiegen, unwiderruflich, in eine Richtung, ist es unsere Existenz, die entscheidet.
Und wir müssen mit allen Konsequenzen leben. Wir dürfen uns umdrehen, zurückblicken und Bilanz ziehen. Aber die Frage nach der parallelen Realität in der anderen Alternative stellt sich nicht mehr.
Das kann man existentielle Weltanschauung nennen oder auch Pragmatismus. Ich würde das Hineinwerfen der eigenen Existenz in den Entscheidungsprozess als Wahrhaftigkeit bezeichnen.
Wahrhaftigkeit in diesem Sinne ist mit einem Risiko verbunden.
Was ist Ehrlichkeit?
Aus meiner Sicht das Bemühen um Wahrhaftigkeit im oben genannten Sinne.

