| Von: | Subversives Element |
| Gesendet: | Sonntag, 24.04.2005 09:44 |
| An: | (jetzt wieder an) Rest der Welt |
| Betreff: | Subversiver Newsletter Nr.8 - Brave new online world |
Oder auch: Wie mache ich etwas nachträglich noch peinlicher?
Wer jetzt nicht weiß, worum es geht: Bitte zuvor die anderen e-mails des Elementes lesen (die von heute, sehr früh)
Vorerst einmal eine ERKLÄRUNG, diesmal in
Vollbesitz meiner geistigen Kräfte:
Bei der Subversiven Community handelt es sich um eine handverlesene Liste, die
persönlich vom El(k)ement zusammengestellt wurde und gewissermaßen, zum Teil (*stammel*)
auch die entsprechenden Kontaktlisten in so genannten Online-Netzwerken oder
äquivalenten Communities reflektiert. Also: keine anonyme Subscribe-/Unsubscribe-Liste,
keine Spammer (hoffe ich jetzt zumindest).
Vielleicht ist es ja nur gerade dem Element peinlich, dass seine Liste so kurz ist und sich auf die „üblichen Verdächtigen“ beschränkt. Also: Wenn jemand mit dem Element einen Business-Plan für eine Subversion Ltd. ausarbeiten möchte, ist herzlich willkommen. Hier sollte dann auch die Anschaffung einer professionellen Newsletter-Tools vorgesehen sein und ein strategischer Plan für Subversives Marketing. Das alles soll nun natürlich niemanden davon abhalten, Werbung für den Subversiven Newsletter zu machen!
Was ist also Privacy im Internet? Und wie oft schlägt Murphy’s Law zu?
Früher war die Welt einfach (so um 1600): Man konnte, um an geheime Informationen zu kommen, jemanden belauschen, oder dessen handgeschriebene Texte lesen. Und die Mönche mit ihren Federkielen hätten eine Menge Arbeit gehabt beim absichtlichen oder unabsichtlichen Spammen.
Und heute?
Outlook verfügt über die sehr praktischen Auto-Ergänzen-Funktion im Adressfeld: Man braucht einen Namen nicht einmal mehr im Adressbuch zu speichern, sondern es reicht, die ersten paar Buchstaben einzutippen. Ich kann mir jetzt nicht vorstellen, dass es hier unter den Adressaten niemanden gibt, der nicht schon einmal „daneben geklickt“ hat – bei häufigen Vornamen….
Wird ein Handy brutal und herzlos in eine Tasche gequetscht, kann es schon passieren, dass der grüne Knopf aus Versehen betätigt wird – und irgendjemand in der eigenen Telefonliste hat dann 3 Minuten Life-Mitschnitt aus dem Leben des Handy-Quälers auf seiner Mobilbox. Es kommt nun ganz darauf an, was in diesen 3 Minuten gesagt wird.
Lustige e-mails unter Kollegen sind ja manchmal das einzige, das unseren Arbeitsalltag erhellt, ihre Anzahl ist proportional zur Zahl der aufgepinnten Dilbert-Cartoons. Unter „lustig“ ist hier die satirische Aufarbeitung firmeninterner Vorgänge zu sehen. Es gab einmal eine Zeit, da pflegte auch das Element diese Kunst – und brachte sie zu einer hohen Perfektion: Wirkung erzielt das „lustige e-mail“, wenn es mit einer Erinnerungszeit markiert wird – dann sieht der Empfänger ein sehr lustiges Popup und im Posteingang wird das e-mail rot eingefärbt. Dass man ein Hohe-Priorität-Rufzeichen braucht, sollte ohnehin klar sein. Noch besser wird die Wirkung, wenn man an den Betreff vorne und hinten „lustige Zeichen“ anhängt, also z.B.: %%%%%%%%% ~~~~~~ DAS Element ist wieder da! ~~~~~~ %%%%%%%%%. Ganz lustig, wird es aber, wenn die indirekt betroffene (=karikierte) Person eher nebenbei dieses Popup beobachtet.
Und sonst: Handies, die weitergegeben werden – ohne vorher interessante SMS von der SIM-Card zu löschen. Persönliche Kommentare in Termin-Einladungen, die bei freigegebenem Kalender dann jeder lesen kann. Technische Pannen wie vor einiger Zeit bei amazon.com. als die e-mail-Adressen der Rezensenten offen gelegt wurden - und klar wurde, dass sich hier großteils die Autoren selber loben. Oder bei openbc: Als aufgrund von Problemen mit SSL Benutzer plötzlich im Posteingang eines anderen Benutzer landeten.
Das Element
Extending my consciousness to the edges of the web…. Ich verfüge, dass nach
meinem Ableben, mein Geist in das Internet eingespeist wird und völlig
öffentlich jedem zugänglich sein soll!
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